Nesselsucht
Informationen für Betroffene und Angehörige
Wissenswertes über Nesselsucht
Tipps für den Alltag
Das Schlimmste für die Betroffenen, die an einer Nesselsucht leiden, ist der quälende Juckreiz. Hinzu kommen die Quaddeln, die nicht selten entstellend sind. Aus diesem Grund steht die Urtikaria in der Top-Ten-Liste der unangenehmsten Krankheiten, Betroffene empfinden starken Stress. Der ständige Juckreiz raubt den Schlaf und macht das Konzentrieren auf die alltägliche Arbeit nahezu unmöglich. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die Linderung verschaffen können.
Hausmittel
Wenn nicht gerade eine aquagene Urtikaria oder eine Kälteurtikaria vorliegt, kann eine kühle Dusche den starken Juckreiz mildern. Auch Kühlpacks aus dem Kühlschrank oder kurzzeitig eingesetzte Kühlakkus aus dem Gefrierfach können Abhilfe schaffen. Kühlen ist in jedem Fall besser, als die Haut durch Kratzen weiter zu reizen. Ein lauwarmes bis kühles Natriumhydrogencarbonat-Bad kann ebenfalls helfen (Natriumhydrogencarbonat ist in Backpulver enthalten). Zwar finden sich in der Literatur wenige Hinweise auf die Wirksamkeit, allerdings gibt es außer der Gefahr trockener Haut kaum zu erwartende Nebenwirkungen. Es wird eine halbe Tasse Natriumhydrogencarbonat dem Badewasser zugegeben und 10 Minuten gebadet.
Salben, Gels und Cremes
Antihistaminische Gels können bei einer Urtikaria eingesetzt werden, da sie eine lokale antihistaminische Therapie mit einem Kühlgel kombinieren. Allerdings ist die Wirkung eines lokal auf die Haut aufgetragenen Antihistaminikums deutlich schwächer als die einer systemisch wirkenden Tablette und somit möglicherweise nicht ausreichend. Auch mentholhaltige Cremes, insbesondere mit Zusatz von Zinkoxid, können eine lokale Linderung der Beschwerden bewirken. Kortisonhaltige Salben sind hingegen bei einer Urtikaria nicht angezeigt, da sie kaum gegen den Juckreiz wirken. Sie helfen bei mittelfristigen Entzündungen; die Entzündungen bei einer Urtikaria hingegen sind jedoch kurzfristig und längst verschwunden, wenn die Wirkung des Kortisons einsetzt.
Was vermieden werden sollte
Es gibt eine Reihe von Dingen, die viele Urtikaria-Patienten, unabhängig ihrer persönlichen Krankheitsursache, schlecht vertragen. Auch wenn es schwer fällt – Verzicht kann eine deutliche Besserung des Krankheitsverlaufes bedeuten und sogar ganze Urtikariaschübe verhindern. Zu den schlecht verträglichen Sachen gehören bestimmte Medikamente wie nicht-steroidale Antiphlogistika und Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Betroffene sollten zurückhaltend damit umgehen oder die Medikamente meiden. Stress ist ein gewichtiger Faktor, der eine bestehende Nesselsucht so gut wie immer schlimmer werden lässt und oft auch Auslöser ist. Patienten sollten daher Stressbewältigungsstrategien entwickeln und, wenn nötig, professionelle Hilfe dafür in Anspruch nehmen. Auch die Ernährung der Betroffenen hat Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf. Auf alkohol- und koffeinhaltige Getränke sollte ebenso verzichtet werden wie auf scharfe und histaminreiche Nahrungsmittel und Speisen.
Lydia Köper