Informationen für Betroffene und Angehörige
 
Nesselsucht
Therapie einer Nesselsucht

Bei der Therapie einer Nesselsucht unterscheidet man die akute und die chronische Nesselsucht. Da die Symptome einer akuten Nesselsucht nach einigen Tagen oder Wochen von selbst verschwinden, wird hier keine ursächliche Therapie durchgeführt. Die Therapie beschränkt sich in diesem Fall auf eine Behandlung der Symptome, z. B. die Reduzierung der Quaddeln durch den Einsatz von Antihistaminika. Bei einer chronischen Nesselsucht ist es wichtig, die Ursache der Nesselsucht herauszufinden, um die Therapie darauf abstimmen zu können. Die Therapie besteht in diesem Fall hauptsächlich darin, die Faktoren zu meiden, die die Nesselsucht auslösen. Des Weiteren kann eine medikamentöse Therapie erfolgen.

Therapie einer Nesselsucht

Bei der Therapie einer Nesselsucht muss zwischen einem akuten und einem chronischen Krankheitsverlauf unterschieden werden. Da die akute Nesselsucht in der Regel schnell von alleine abklingt und ihre Ursache nicht näher diagnostiziert wird, ist eine Behandlung nicht zwingend erforderlich. Sie erfolgt nur dann, wenn der Juckreiz den Patienten zu sehr quält oder bei schwerem Verlauf schockartige Symptome auftreten.

Therapie einer Nesselsucht: Akuter Verlauf

Die Therapie einer Nesselsucht beschränkt sich bei einem akuten Verlauf auf eine Symptombehandlung, da die komplizierte Diagnostik der genauen Krankheitsursache in einem solchen Fall nicht durchgeführt wird. Um die Ausbildung der Quaddeln und Angioödeme einzuschränken und vor allem den starken Juckreiz abzuschwächen, werden Antihistaminika eingesetzt. Ihre Wirkung beruht auf einer Unterdrückung der Wirkung von Histamin durch die Blockierung von Histaminrezeptoren im Gewebe. Histamin wird bei einer Nesselsucht von Mastzellen ausgeschüttet und führt zur Ausbildung der beschriebenen Symptome. Bei schwerem Verlauf kann zudem kurzzeitig Kortison verabreicht werden, bei längerfristigem Einsatz sind die u. U. starken Nebenwirkungen des Medikaments problematisch. Bei Verdacht auf eine kontaktinduzierte Nesselsucht sollte nach Abklingen der Symptome ein Allergietest durchgeführt werden, um die Ursache ermitteln zu können. Diese sollte dann in Zukunft vom Patienten unbedingt gemieden werden.

Therapie einer Nesselsucht: Chronischer Verlauf

Die Therapie einer Nesselsucht mit chronischem Verlauf wird nach folgendem Schema durchgeführt:

  • Meiden der auslösenden Ursache
  • Unterdrückung der Ausschüttung von Histamin (z.B. durch Toleranzinduktion)
  • Hemmen der Histaminwirkung im Gewebe (z.B. durch Antihistaminika)

Wichtigster Punkt einer dauerhaft erfolgreichen Therapie ist das Diagnostizieren und anschließende Meiden der Ursache der Nesselsucht. Da manche Ursachen einer Nesselsucht wie beispielsweise Licht oder Anstrengung nicht vermieden bzw. gemieden werden können, kann hier eine Toleranzinduktion durchgeführt werden. Dazu wird der Patient gezielt kleinen Dosen der krankheitsauslösenden Ursache ausgesetzt, deren Intensität dann kontinuierlich gesteigert wird. Zudem kann eine medikamentöse Therapie eingesetzt werden, insbesondere auch dann, wenn die Ursache der Nesselsucht nicht genau identifiziert werden konnte. Die medikamentöse Therapie einer Nesselsucht erfolgt nach einem Vierstufenplan. Zunächst werden Antihistaminika verabreicht, mit denen die meisten Patienten gut therapierbar sind. Stellt sich keine Symptomfreiheit des Patienten ein, so wird im zweiten Schritt die Dosis bis auf das Vierfache der empfohlenen Tagesdosis erhöht. Bleibt auch dies erfolglos, werden im dritten Schritt H2-Rezeptoren-Blocker hinzugefügt, die bestimmte Histaminrezeptoren im Gewebe blockieren. Bringt auch dies keine Symptomfreiheit für den Patienten, so ist die letzte Option die immunsuppressive Therapie, bei der durch Medikamente wie Kortison oder Cyclosporin das körpereigene Immunsystem in seiner Wirkung eingeschränkt wird.

Lydia Köper

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Die Nesselsucht kann für die Betroffenen sehr unangenehm sein. Es gibt Hilfen, die den Betroffenen u. U. Linderung verschaffen können. Dazu können z. B. kühlende Umschläge gehören, wenn keine Kälteurtikaria vorliegt. Auch antihistaminische Gels oder mentolhaltige Cremes können die Symptome bessern. Auf kortisonhaltige Salben sollte man hingegen verzichten, da diese ihre Wirkung meist zu spät entfalten. Neben bestimmten Medikamenten sollten Betroffene außerdem auf Stress verzichten, da es ansonsten zu einer Vermehrung der Urtikariaschübe kommen kann. Des Weiteren kann eine Ernährungsumstellung oder der Verzicht auf Alkohol und Koffein hilfreich sein.

Bei einer Nesselsucht rötet sich die Haut der Betroffenen, es kommt zur Quaddelbildung in Verbindung mit Juckreiz. Abhängig von der Dauer der Erkrankung unterscheidet man zwischen einer akuten Nesselsucht, die einige Tage oder Wochen andauern kann und einer chronischen Nesselsucht, die mindestens sechs Wochen andauert. Die Symptome sind in beiden Fällen gleich. Die Quaddelbildung kann entweder den ganzen Körper betreffen oder nur einzelne Hautpartien. In den meisten Fällen wandern die Quaddeln, d. h. sie verschwinden an einer Stelle des Körpers und tauchen an einer anderen wieder auf. Vor allem Menschen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr sind von der Nesselsucht betroffen.

Diagnose Nesselsucht

Da die Symptome einer Nesselsucht kaum in Zusammenhang mit anderen Krankheiten auftreten, fällt die Diagnose in den meisten Fällen leicht. Schwieriger ist es hingegen, Auslöser für die Nesselsucht zu finden, da die Ursachen sehr vielseitig sein können. Auch bei der Diagnose unterscheidet man spontane, physikalische und weitere Formen der Nesselsucht. Bei der spontanen Nesselsucht sollte der Patient auf bestimmte Infekte oder eine Intoleranz getestet werden. Auch ein Bluttest kann in diesem Fall hilfreich sein. Bei der Diagnose einer physikalischen Nesselsucht setzt man die Haut des Patienten verschiedenen physikalischen Reizen aus und beobachtet eventuelle Veränderungen.