Nesselsucht
Informationen für Betroffene und Angehörige
Was ist Nesselsucht (Urtikaria)?
Die Krankheit Nesselsucht wird in der medizinischen Fachsprache als Urtikaria bezeichnet. Der Name ist abgeleitet von den typischen Symptomen, die nach einem Hautkontakt mit Brennnesseln (lateinische Bezeichnung Urtica doica) auftreten und denen einer Nesselsucht stark ähneln: auf dem betroffenen Hautareal bilden sich Quaddeln (Hauterhebungen), die stark jucken. Bei der Nesselsucht werden zwei Formen unterschieden, die akute Nesselsucht, die nach wenigen Tagen oder Wochen von alleine wieder abklingt, und die chronische Nesselsucht, die länger als sechs Wochen andauert.
Symptome einer Nesselsucht
Die Symptome einer akuten und einer chronischen Nesselsucht sind die gleichen. Es treten plötzlich Quaddeln am Körper auf, die Haut rötet sich und reagiert mit Juckreiz. Das Aussehen solcher Quaddeln kann von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sein. Es können weißlich oder rötlich gefärbte, punktförmige, flächige oder münzartige Hauterhebungen auftreten. Sie können auf einzelne Körperregionen begrenzt sein oder aber den ganzen Körper betreffen. Charakteristisch für eine Nesselsucht ist ein Wandern der Quaddeln: an einer Stelle des Körpers verschwinden die Hautreaktionen und treten an einer anderen wieder auf. Dabei können die Herde verschiedener Körperstellen ineinander fließen. Jede Quaddel ist nach spätestens 24 Stunden wieder verschwunden und hinterlässt keine Narben oder andere Spuren. Wie häufig solche Schübe, bei denen neue Quaddeln entstehen, vorkommen, ist unterschiedlich. Manche Betroffene leiden unter mehreren Schüben täglich, bei anderen treten sie im Abstand von einigen Tagen auf. Weitere Symptome einer Nesselsucht sind größere, tief in der Haut gelegene Schwellungen, so genannte Angioödeme. Sie können zusätzlich zu den Quaddeln auftreten, oder aber, wie bei zehn Prozent der Patienten, ohne Ausbildung von Quaddeln als alleiniges Symptom vorkommen. Sie verbleiben meistens zwei Tage und können gefährlich werden, wenn sie an den Schleimhäuten des Kehlkopfes entstehen und zu Atemnot führen. Gelegentlich geht eine Nesselsucht zudem mit Symptomen wie Übelkeit , Schluckbeschwerden, Schwindel und Bewusstlosigkeit einher.
Zahlen und Fakten
Die Nesselsucht ist eine häufig auftretende, aber dennoch wenig bekannte Krankheit. Statistiken zeigen, dass jeder vierte Deutsche mindestens einmal in seinem Leben an einer akuten Nesselsucht erkrankt. An einer chronischen Nesselsucht leiden in Deutschland rund 800.000 Menschen. Von einer chronischen Form spricht man bei einem Krankheitsverlauf, der länger als sechs Wochen andauert, in manchen Fällen ist die Erkrankung aber auch nach Jahren nicht abgeklungen. Am häufigsten betroffen sind Menschen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, die Nesselsucht kann jedoch bereits bei Neugeborenen auftreten. Während bei Jugendlichen Jungen und Mädchen etwa gleich häufig erkranken, sind bei Erwachsenen Frauen häufiger betroffen als Männer (Verhältnis 2:1) – die Ursache dafür ist unbekannt.
Lydia Köper
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